Die Geschichte der Wissenschaft in Korea901. Ch'omsongdae Sternwarte Nationalschatz Nr.31, Kyongju Ch'omsongdae wurde im Jahr 633 in Kyongju gebaut und gilt heute als eine der ältesten astronomischen Sternwarten. Das flaschenförmige Gebäude ist 9 Meter hoch und hat am Boden einen Durchmesser von 5 Metern. Am oberen Ende befindet sich eine rechtwinklige Steinkonstruktion, so daß das Gebäude einem Wesen mit einem runden Körper und einem eckigen Kopf ähnelt. Möglicherweise sollte damit das Universum symbolisiert werden, das nach altertümlichen Vorstellungen aus einem Himmelskreis und einer rechtwinkligen Erde bestand. 902. Angbu ilgu, Sonnenuhr Diese Sonnenuhr wurde im Jahr 1437 erfunden. Heutzutage existiert keine der originalen Bronzesonnenuhren mehr. Ein Modell aus dem 17. Jahrhundert ist das älteste Exemplar dieser Sonnenuhr. Die Sonnenuhr besteht aus einer inneren Schale auf der waagerechte Linien die Zeit darstellen und 13 senkrechte Linien auf die 24 zweiwöchige Abschnitte eines Jahres hinweisen. Stellt man die Nadel sorgfältig so ein, daß sie zum Nordpol zeigt und liest nun ihren Schatten ab, kann man sowohl die Zeit als auch den exakten Tag des Sonnenkalenders ablesen. 903. Chagyongnu, Selbstschlagende Wasseruhr Nationalschatz Nr. 229, Doksu-Palast, Seoul Obwohl Wasseruhren in Korea schon sehr früh benutzt worden sind, ist die erste Wasseruhr mit einem automatischen Zeitmechanismus erst im Jahr 1434 von Chang Yong-sil erfunden worden. Einige übriggebliebene Wassertanks einer 1536 angefertigten Nachbildung des Originals der von selbst schlagenden Wasseruhr sind dabei sehr hilfreich, sich die Gesamtform der Version aus dem Jahre 1434 vorzustellen. 904. Honch'onui, Himmelssphärenuhr Nationalschatz Nr. 230, koreanisches Universitätsmuseum Diese durch Gewichte angetriebene mechanisch arbeitende Uhr, die mit einer sphärischen Himmelskugel ausgestattet ist, wurde im Jahr 1669 von dem Hofastronomen Song I-yong angefertigt. Obwohl sie von ihrer Gesamtgestalt und ihrem Mechanismus her eine traditionelle Uhr war, wurden der zeitmessende Mechanismus und die von Gewichten angetriebenen Teile modifiziert, nachdem die Uhr unter westlichen Einfluß geraten war. Die Himmelssphäre bewegte sich automatisch in Verbindung mit der Uhr, um die jeweils gegenwärtige Stellung der Sonne, des Mondes und anderer größerer Planeten rund um die zentrale Erdkugel anzuzeigen.
Mit Hilfe dieses eisenbeschlagenen Kriegsschiffes hat Admiral Yi Sun-sin während der Hideyoshi-Invasionen in den Jahren 1592-1598 die wiederholten Angriffe der Japaner abgewehrt. Das Schiff war vollständig mit Eisenplatten bedeckt und mit Eisenstiften ver- nietet, um zu verhindern, daß der Feind das Schiff entern konnte und um die rudernden oder auf den Feind schießenden Matrosen zu schützen. Zur Tarnung des Schiffes ließ man aus einer Öffnung am Bug des Schiffes Rauch ausströmen. 906. Ch'ugugi, Regenmeßgerät Höhe 32cm, Breite 15cm Das erste meteorologische Instrument zur Messung von Niederschlagsmengen wurde von den Koreanern im Jahr 1441 erfunden. Das Gerät befand sich auf einem Ständer aus Stein. Die Regenmenge wurde mit einer besonderen Meßstange gemessen. Schließlich wurden Regenmeßgeräte im ganzen Land verteilt, und man beauftragte Beamte damit, die gemessenen Niederschlagsmengen, zwecks zukünftiger Bezugnahmen, der Zentralregierung mitzuteilen. Die originalen Regenmeßgeräte sind verlorengegangen. Das älteste Meßgerät wird auf das Jahr 1770 datiert. 907. P'alman taejanggyong, Tripitaka Koreana Koryo, frühes 13. Jahrhundert, Nationalschatz Nr. 32, Haeinsa Tempel, Landkreis Hapch'on, Provinz Süd-Kyongsang. Jeder dieser 80.000 Holzklötze, die für den Druck von buddhistischen Schriften verwendet wurden, ist 24cm hoch und 65cm lang. Auf jeder Seite sind 23 Zeilen mit je 14 Schriftzeichen eingeschnitzt. Die meisten dieser Platten sind während der 16-jährigen Periode nach der im Jahre 1236 erfolgten Invasion der Mongolen in Korea angefertigt worden. Die Tripitaka zeigt den Erfolg der fortgeschrittenen Entwicklung des Holzklotzdruckes während der Koryo-Periode. Sie steht symbolisch für die Hingabe der damals lebenden Menschen, um ihr Land mit Hilfe der geistlichen Kraft Buddhas zu retten. 908. Ch'onsang yolch'a punyajido, Steindruck der Himmelssphäre Nationalschatz Nr. 228, Choson, 1395, Breite 1m, Höhe 2m Diese in Stein eingemeißelte Sternenkarte wurde erstmalig auf königlichen Befehl hin im Jahre 1395, nur drei Jahre nach der Gründung des Choson-Königreiches, angefertigt. In dem 76cm großen Kreis sind zusammen mit 12 himmlischen Zuteilungen und 28 Mondstellungen 1.464 Sterne dargestellt. Der Gründer des Choson Königreiches benutzte diese Steinplatte, um zu zeigen, daß seine Thronnachfolge vom Himmel her vorgegeben war. Die Originalplatte ist verlorengegangen. Folglich sind heute nur noch Drucke erhalten. 909. Chikchisimgyong, mit beweglichen Metallettern gedruckte Schriften Koryo, 13. Jahrhundert Schon im frühen 13. Jahrhundert, 200 Jahre vor der Entstehung der Gutenbergbibel, haben die Koreaner erstmalig in der Welt mit be- weglichen Metallettern gedruckt. Unglücklicherweise ist das Origi- nalbuch verlorengegangen, obwohl sein Titel heute noch bekannt ist. Diese buddhistische Schrift, die heute in der Nationalbücherei Frankreichs aufbewahrt wird, ist das älteste noch vorhandene Exemplar in der Welt, das mit Metallettern gedruckt wurde. Es wurde im Jahr 1377 in Ch'ongju veröffentlicht, wo zur Erinnerung ein Druckereimuseum eingerichtet worden ist. 910. Tongui pogam, Spiegel der koreanischen Medizin von Ho Jun (1546-1615) Dieses medizinische Werk wird als einer der Klassiker der Orienta- lischen Medizin nicht nur in Korea, sondern auch in China und Japan angesehen. Erstmalig wurde es im Jahr 1613 veröffentlicht. Das Werk ist aus fünf Teilen zusammengesetzt: innere Organe; äußere Organe; vermischte Schriften; Medikamente und Drogen; Akupunktur und Moxibustion. Die Inhalte wurden von chinesischen Klassikern entnommen, wurden jedoch ausführlich modifiziert, um den Bedürfnissen der Koreaner entgegenzukommen. Der Titel Tongui pogam, heißt wörtlich übersetzt "Spiegel der östlichen Medizin." Er offenbart das Verlangen des Verfassers, die koreanische Medizin von der des Westens oder der von China zu unterscheiden.
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